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    Gestohlene Hunde: Verdacht auf Verschleppungen ins Ausland

    natur+mensch wird sich mit diesem Thema befassen und unterstützt Betroffene bei der Suche

    Mitte März hatte die Jägerstiftung natur+mensch auf ihren verfügbaren Kanälen, im wöchentlichen Newsletter und in ihren Social-Media-Auftritten (u.a. Facebook, X,) dazu aufgerufen, sich an der Suche nach zwei offensichtlich gestohlenen bzw. entführten Jagdhunden zu beteiligen. Es ging um die Deutsch Drahthaar-Hunde „Ben“ (einjährig) und die neunjährige „Lissy“. Beide Hunde sind am 19. Februar dieses Jahres in Heiligenhaus bei Düsseldorf spurlos verschwunden. Es bleibt der schmerzliche und damals unverhoffte Verlust treuer Gefährten – auch Helfer in den Revieren.

    Wir bedanken uns für eine Reihe von Reaktionen und auch für die finanzielle Unterstützung zur Auslobung eines Hinweisgeber- bzw. Finderlohnes für den Erfolgsfall. Er ist leider ausgeblieben. Zwischenzeitlich hat es Sichtmeldungen aus dem Raum Ratingen-Heiligenhaus gegeben. Sie machten kurzzeitig Hoffnung, führten aber nach entsprechenden Suchaktionen nicht dazu, Ben und Lissy wieder aufzufinden. Für den Erfolgsfall hatte die Hundebesitzerfamilie zusammen mit uns geplant, die Finderlohn-Aktion mit bis zu 10.000 Euro auszuschreiben und bis zum 30. April 2024 zu befristen. Das vorhandene Spendengeld in Höhe von ca. 1.500 Euro bleibt nun für einen vergleichbaren Zweck erhalten.

    Wir nehmen das zum Anlass, in unserer Stiftungsarbeit und unserer Öffentlichkeitsarbeit weiter auf dieses Problem aufmerksam zu machen. Bei Verlustmeldungen von Jagdhunden wollen wir weiter dabei helfen, öffentliche Suchaufrufe zu starten und in unseren Netzwerken zu verbreiten. Dabei sollen „Finderlöhne“ verstärkend wirken.

    Aus der örtlichen Nähe des geschilderten Falls Ben und Lissy wird berichtet, dass es kurz danach im benachbarten Raum Wülfrath zu einem wahrscheinlich ähnlichen Diebstahl von zwei Australian Shepherds gekommen ist. Auch hier hat sich herausgestellt, dass diese wertvollen Hütehunde nicht wieder aufgefunden werden konnten. Gleichwohl bleibt es ein Anliegen unserer Stiftung, künftige Vermisstensuchen geliebter vierbeiniger Jagdgefährten zu unterstützen. Wird die Leine gelöst, kann es beim Spaziergang durch Parks, Felder und Wälder passieren: Der Hund ist weg, vielleicht eingefangen, dann entführt oder gestohlen. Betroffene Hundebesitzer können sich dann bei uns melden.

    Um vermisste Hunde wiederzufinden, haben sich Netzwerke gegründet, die helfen und unterstützen wollen, vermisste Hunde wieder nach Hause zu bringen. Diese Suche bleibt unterstützenswert – um welches Tier es sich auch handelt.

    natur+mensch wendet sich gegen den kommerziellen Handel mit entwendeten Tieren, insbesondere mit Gebrauchshunden. Die Stiftung setzt mit ihrer Medienarbeit das Projekt zum Thema Prävention und Wiederauffindung gestohlener und entführter Hunde damit fort.

    Spendenkonto Stiftung natur+mensch: IBAN: DE14 3702 0500 0008 0404 04, Bank für Sozialwirtschaft, Köln


    Zum Hintergrund

    Diebe oder Entführer von Hunden verstecken sich gern hinter dem Argument, das Tier sei herrenlos aufgegriffen worden. Sie werden von „Käufern“ vermehrt als vollwertige Familienmitglieder aufgenommen, ohne zu wissen, woher der neue Gefährte kommt.

    Gerade bei Rasse- und Gebrauchshunden ist aktuell der Markt geradezu leergefegt. Das führt neben dem ohnehin umstrittenen gewerblich betriebenen Import angeblicher „Hundewaisen“ aus Herkunftsländern wie etwa Rumänien zu einem Schwarzmarkt des Handels mit auch hierzulande gestohlenen bzw. entführten Hunden. Besonders begehrt sind möglichst Welpen, verschiedenen Rassen zugeordnete Tiere und ausgebildete Hunde, die als folgsam und damit leichter zu führen gelten. U.a. wird auch aus Tschechien gemeldet, dass wertvolle Hunde in illegalen Zuchtanlagen eingesetzt werden. Tierschützer versuchen seit Jahren, dort gegen „versteckte Welpenproduktion“ auf entlegenen Bauernhöfen in Scheunen vorzugehen.

    Erfahrungsgemäß sind „Importhunde“ traumatisiert und infolge von Angsterlebnissen schwer an die neue Familienumgebung zu gewöhnen. Erfahrene Hundeführer bestätigen, dass beispielsweise in geordneten Verhältnissen aufgezogene Welpen und auch ausgebildete Jagdhunde ein als verträglich geltendes Verhalten auch in neuer Umgebung an den Tag legen. Darauf zielen vorzugsweise gewerbsmäßige Hundediebe ab, die auch in organisierten Strukturen Beschaffungskriminalität betreiben und das „Diebesgut“ teilweise zu horrenden Preisen verkaufen.

    Aufgrund der gesetzlichen Hintergründe ist für die Täter eine gängig leichte Ausflucht, das Tier sei herrenlos aufgegriffen worden. Das ist für die Diebe relativ risikolos. Werden sie angesprochen, wird daraus schnell ein angeblich zugelaufener Hund. An diesem Punkt verliert die Rechtslage ihre Eindeutigkeit. Obwohl Tiere keine Sachen sind, werden sie wie solche behandelt (§ 90a BGB). Es gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie bei anderen Fundsachen (§§ 965 ff. BGB). Ist nach einigem Warten also kein Halter in Sicht, muss zunächst zwingend das Ordnungsamt oder die Polizei über den Fund informiert werden (§ 965 BGB). Ist der Hund herrenlos, erwirbt der Finder sofort das Eigentum (§§ 872, 958 BGB). Doch ob nun ein gefundener oder zugelaufener Hund tatsächlich herrenlos ist, bleibt in der Regel zunächst fraglich.

    Das nutzen illegale Tierdiebe und Händler für ihr eindeutig kriminelles Gewerbe gern aus. Obwohl es sich im Vergleich zu anderen Delikten um ein selteneres Verbrechen handelt, so verleiten heutzutage hohe Summen zum Handel mit gestohlenen Hunden. Die offensichtlich niedrige Aufklärungsquote sowie milde Strafen für Hunde-Diebstähle sind verführerisch. Ertappte kommen – wenn überhaupt – mit einer einfachen Geldstrafe davon.

    Für Hundebesitzer und -besitzerinnen, deren Tiere plötzlich verschwinden, ist der Verlust und damit das Leid groß. Ein Albtraum, wie ihn jetzt aktuell die Hundebesitzer im Raum Düsseldorf erleben mussten.